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Wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung

von René Bregenzer

 

Der Kampf zwischen Gut und Böse

Der Start geschieht schon vor der Geburt. Während 9 Monaten wurden wir im Mutterleib gebildet und geformt und von Gott schon lange erkannt (Ps. 139, 13-16). Dann geschieht es: Der kleine Mensch erblickt das Licht der Welt und wird für alle sichtbar und erlebbar. Die Eltern hegen und pflegen das kleine Geschöpf und es wächst vom Kind zum Jugendlichen hin, zum Erwachsenen. Dieses Wachstum ist aber nicht spannungsfrei. Schon bald regen sich Kräfte, welche weder die Eltern noch das heranwachsende Kind „im Griff“ haben. Der innere Kampf zwischen Gut und Böse wird täglich ausgefochten, wobei die Sünde in uns immer wieder überhand nimmt. In allen Kulturen ist dies zu beobachten und wird mit „Gewissen“ bezeichnet. Dieses Gewissen könnte man mit einer Harddisk vergleichen, die schon einmal Grundinformationen enthält. Mit dem Erwachsenwerden hört dieser Kampf nicht etwa auf, sondern er geht unvermindert weiter.

 

Die zweite Geburt

Gott in seiner Gnade und Barmherzigkeit schenkt uns allen aber einen Ausweg, den er über seinen Sohn Jesus Christus am Kreuz von Golgatha fest gemacht hat, nämlich die Vergebung der Sünden durch den stellvertretenden Tod Jesu. Wie geschieht dies aber konkret? Nikodemus, einer der damals gebildetsten Gelehrten, kommt in der Nacht zu Jesus mit der Frage im Herzen, wie er ins Reich Gottes hinein kommen könne. Jesus antwortet darauf: „Ich sage dir eins, Nikodemus: Wer nicht neu geboren wird, kann nicht in Gottes Reich kommen“ (Joh. 3,3). Nikodemus kann sich dies nicht so recht vorstellen und fragt nach, ob dann jemand nochmals in den Mutterleib zurückgehen muss, um ein zweites Mal geboren zu werden. Darauf erklärt Jesus die zweite Geburt, die nicht aus dem Wasser, sondern eben aus dem Geist Gottes heraus geschieht. „Ein Mensch kann immer nur menschliches, vergängliches Leben zeugen; aber der Geist Gottes gibt das neue, das ewige Leben“. Gott selber bringt  hier eine zweite Geburt hervor. So gesehen machen wir zwei Geburten durch und haben auch zwei Väter, den irdischen und den himmlischen. Die Bibel beschreibt die zweite Geburt mit Wiedergeburt. 

 

Der Kampf in uns

Nachdem die Wiedergeburt geschehen ist, beginnt der Kampf zwischen dem „alten Menschen“ (Egoist) und dem „neuen Menschen“, den Gott in uns geboren hat. Jeder Christ weiss um diesen Kampf. Beschrieben wird dies in Galater 5, 13-24. Paulus sagt in Vers 17: „Denn, selbstsüchtig wie wir sind, wollen wir immer das Gegenteil von dem, was Gottes Geist will. Doch der Geist Gottes duldet unseren Egoismus nicht. Beide kämpfen gegeneinander, so dass ihr nicht ungehindert tun könnt, was ihr wollt.“ Die gute Botschaft jedoch ist, dass dieser Kampf vom „neuen Menschen“ gewonnen wird, vom Menschen, der aus Gott geboren worden ist, der auch nicht sündigen kann, und dass uns Gott ein Leben lang die Zeit gibt, im „neuen Menschen“ zu wachsen. Die Bibel nennt diesen Prozess Heiligung. So wird es geschehen, dass ich auch als Christ versage und Vergebung von Gott nötig habe, jeden Tag neu (1. Joh 1,9) und dass ich diese Vergebung auch zugesprochen erhalte.

 

Der „alte“ Mensch nimmt ab

Über die Jahre allerdings wird der „neue Mensch“ wachsen und zunehmen, der „alte Mensch“ abnehmen und an Bedeutung verlieren, je nach dem, wie ich beide mit Nahrung versorge. Nimmt nun der „neue Mensch“ zu, so wird das Wesen von Jesus Christus durch mein Leben immer sichtbarer.  Paulus beschreibt  diesen Prozess im Epheserbrief und ermutigt uns: „Ihr sollt euch von eurem alten Leben, dem „alten Menschen“ mit all seinen trügerischen Leidenschaften, endgültig trennen und euch nicht länger selbst zerstören. Gottes Geist will euch mit einer völlig neuen Gesinnung erfüllen. Ihr sollt den „neuen Menschen“ anziehen, wie man ein Kleid anzieht. Diesen neuen Menschen hat Gott selbst nach seinem Bild geschaffen; er ist gerecht und heilig, weil er sich an das Wort der Wahrheit hält.“ (Eph 4,22-24) Die Abnahme des „alten Menschen“ geschieht nicht ohne unsere Bereitschaft und unser Handeln. Am Anfang steht immer wieder ein persönlicher Willens-entscheid, der alle Lebensbereiche erfassen soll, sodass mein „Egoist“ tatsächlich auch an Bedeutung und Einfluss verliert.

 

Die Erfüllung

Auf diesem Weg der Heiligung heisst es: „Gottes Geist will euch mit einer völlig neuen Gesinnung erfüllen.“ Die Bereitschaft dazu ist unsere Verantwortung, unsere Hausaufgabe. Diese Hausaufgabe wird niemand für uns lösen, nur wir selber sind hier gefragt. Allerdings ist auch hier die gute Botschaft, dass uns ja Gott beisteht. Wie der Spitzensportler einen auf ihn abgestimmten Trainer hat, steht uns der Heilige Geist in all den Hausaufgaben bei als Lehrer, Tröster, Ermutiger, Coach, ... Ist das nicht wunderbar! Falls ich bereit bin, mein tägliches Training unter die Führung des Heiligen Geistes zu stellen, werde ich im „neuen Menschen“ wachsen können. Seien Sie mutig und stellen Sie sich dieser Hausaufgabe.

 

Der neue Mensch geht in die Ewigkeit!

Es wird am Ende des Lebens die Zeit kommen, in der wir eine Hülle zurücklassen werden, nach einer Zeit von maximal 120 Jahren. An diesem Punkt entscheidet sich auch letztlich, ob die Neugeburt einmal stattgefunden hat, denn der „neue Mensch“ geht in die Ewigkeit ein und wird nicht sterben, wohl aber „der alte Mensch“. Jesus sagt dies einmal folgendermassen: „Ich bin die Auferstehung und ich bin das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, selbst wenn er stirbt. Und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben.“ (Joh 11,25 und 26) Ist das nicht eine frohe Botschaft? Gott hat uns mit der Wiedergeburt einen Weg geöffnet, der bei ihm zuhause endet und so können wir Petrus gut verstehen, wenn er sagt: „Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus! In seinem grenzenlosen Erbarmen hat er uns neues Leben geschenkt. Weil Christus von den Toten auferstanden ist, haben wir die Hoffnung auf ein neues, ewiges Leben.“ (1. Petrus 1,3)

Quelle: Publiziert CDK-Bulletin 4/2004

 

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